30 / 11 / 13 ~ Dunkelheit ~


Es ist dunkel, sehr dunkel. Der Mond scheint hell über dir, aber durch das dichte Blättergestrüpp kann sein Licht dich nicht erreichen. Du siehst nichts. Nichts, außer Dunkelheit und die Umrisse der Bäume um dich herum. Doch je weniger du siehst, desto mehr kannst du hören. Das Rascheln der Blätter im Wind, Kröten und Eulen, vereinzelt einen Specht der eine Nachtschicht einlegt, ja sogar Schritte bildest du dir manchmal ein zu hören. Doch leider kann keines dieser Geräusche dir helfen. Du weißt nicht, wie du hier her gekommen bist. Kannst dich an nichts erinnern, was vor der verschlingenden Dunkelheit gewesen ist. Dein Name, dein Alter, ja sogar dein Geschlecht, all diese Informationen wurden aus deinem Gedächtnis gelöscht. Alles, was du weißt, ist, dass du in einer engen Steinhütte zu dir gekommen bist. Als du sie verlassen hast, blickten dir unzählige Augenpaare entgegen und blinzelten, ganz, als wollten sie dich begrüßen. Und mit dieser Vermutung hast du Recht. Sie haben dich begrüßt, akzeptiert und bei sich aufgenommen. Und sie werden dich nie wieder gehen lassen.

07 / 10 / 13

Ich verlange eindeutig zu viel von meinen Freunden. 
Sie gehen mit mir raus, wenn es mir im Unterricht nicht gut geht. Sie packen andauernd meine Sachen zusammen, wenn ich mich kurz hinlege oder abholen lasse. Sie begleiten mich auch nach Hause wenn mir schwindelig ist. Und meistens kommen sie auch noch zu mir, wenn sie mich sehen wollen. Oder wenn ich sie sehen will.  Ganz ehrlich? Wenn sie nicht bei mir vorbei kommen würden, würden wir uns wahrscheinlich nur noch in der Schule oder auf WhatsApp "sehen". Tolle Freundin bin ich.. Trotzdem halten sie es mit mir aus.

Und womit danke ich ihnen? Damit, dass ich sie anlüge und noch mehr von ihnen verlange. Ich behaupte, ich müsste um 12 zu Hause sein, dabei schaffe ich es nur einfach nicht mehr, noch länger da zu bleiben. Ich hab nach einer Übernachtung keine Energie mehr, ich möchte dann nach Hause und alleine sein. Deswegen geh ich immer so früh.
Wenn ich mich in scheiße geritten habe, lügen sie für mich. Ich kann mich bei ihnen über meine Eltern und andere Dinge auskotzen und sie hören mir zu, wenn ich sie mit meinen Problemen nerve. Zudem lassen sie das ganze Gelaber über meine Lieblingsserien und Bücher über sich ergehen.

Aber an schlimmsten ist, ich erwarte es von ihnen. Ich bin unglaublich enttäuscht wenn sie nicht für mich da sind, bin sehr schnell eifersüchtig und auch, wenn sie (genauso wie ich) schon längst wissen, dass ich bei einer Aktion nicht mitmachen werde, möchte ich doch bitte wenigstens eingeladen werden. Ich möchte immer noch dazu gehören, auch wenn ich nie dabei bin. Denn das Wissen, dass ich einfch nicht mehr in diesem Freundeskreis drin bin, tut weh. Und da wären wir wieder bei dem Spruch:

I like being alone. I don't like being lonely.


Ich hoffe, ihr versteht das. ich liebe euch. Euch alle. 
Chiara, Lena, Judith, Natalie, Julia, Astrid, Jana.
Ihr seid die Welt für mich und ich möchte nicht ohne euch sein. Aber ich weiß (und ich kann es verstehen, wirklich!), dass ihr das nicht mehr lange mitmachen werdet...